Eine gekürzte Fassung

Das JUTHE zeigt dieses Jahr William Shakespears Klassiker „Ein Sommernachtstraum“, jedoch in einer eigens für das Junge Theater Sempach geschriebenen Version!
Die Munartversion von Adi Blum und Ueli Blum ist ein hervorragendes Beispiel für eine durch und durch gelungene Übersetzung. Angelehnt an das Prinzip Shakespeares, verschiedene soziale Klassen auf der Bühne durch den Gebrauch unterschiedlicher Sprachstile darzustellen (Blankvers, gereimt und ungereimt sowie Prosa) entschieden sich die zwei Autoren, die zwei im Sommernachtstraum angelegten Welten, die des Hofes von Athen und die des Waldes mit zwei sich unterscheidenden Sprachen zu versehen. Die Athener sprechen gängige Dialektprosa, die Wesen des Waldes sprechen Vers. Dadurch, dass diese zwei Sprachen von zwei verschiedenen Menschen geschaffen worden sind, wird dieser Effekt noch unterstrichen.

D Liebi got schnell verbii. S isch wie en
Traum. Da – paff – und wäg. Wie en Blitz i de Nacht. En
Augeblick lang isch alles hell erlüüchtet – de Himmel, d
Ärde – und bevor chasch säge: Lueg! – isch alles wider
schtockdunkel. Wie en Schpuk verschwunde.

Der Sommernachtstraum ist witzig, skurril und gleichzeigt so einfach und ehrlich dass er berührt. Die Gekürzte Fassung, reduziert auf die vier Liebenden sowie Puck und Oberon, macht den Sommernachtstraum zu einem Kammerspiel. Es geht um die Liebe und ihre Wirrungen. Wer liebt wen, warum gerade jetzt und warum jetzt nicht mehr?
Die Mundartversion und durch die Vereinfachung auf einen Handlungsstrang bietet der Sommernachtstraum vom Jungen Theater Sempach dieses Jahr die einmalige Gelegenheit eine allfällige Hemmschwelle zu William Shakespeare abzubauen . Shakespeare war zu seinen Lebzeiten ein Autor des Volkes. Klar hat er auch für den königlichen Hof geschrieben. Seine Stücke waren aber im heutigen Sinne „Volkstheater“. Dass er heute ein Ruf von etwas schwer, intellektuell und abgehoben hat, hat in erster Linie  mit der Sprache von damals und heute zu tun.

Hei, das get en Mordsradau:
Zwe Manne hets und nur ei Frau.
Gnau so Sache fahret ii.
Schreg und schreger muess es si.